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Stadtteilgruppe
Wiesbaden-Schierstein

Altlasten und Verdachtsflächen am Osthafen

Antrag zur Sitzung des Ortsbeirats am 23.02.2017

Wir bitten den Ortsbeirat um folgenden Beschluss:

Der Magistrat wird gebeten, zu dem als Anlage beigefügten Augenzeugenbericht Stellung zu nehmen und dabei speziell folgende Fragen zu beantworten.

  • Warum ist das Gelände der ehemaligen Scheidemantel KG („Knochenmühle“) zwischen Hafenweg, Rheingaustraße und Autobahn A643 laut Bericht des Umweltamtes vom 27.03.2015 nicht als Altablagerungsverdachtsfläche eingestuft?
  • Ebenfalls laut Bericht des Umweltamtes vom 27.03.2015 gilt für die südlich der Knochenmühle liegende „Altablagerungsverdachtsfläche ‚Rheinwiese', Gemarkung Schierstein“, folgende Einstufung: „Für die Teilfläche der Altablagerung in der Gemarkung Schierstein sind umwelttechnische Untersuchungen, außer im Rahmen von gegebenenfalls auf den gewerblichen Flächen stattfindenden Baumaßnahmen, nicht vorgesehen“. Ist diese Einschätzung vor dem Hintergrund des Augenzeugenberichts ohne zusätzliche Untersuchungen haltbar und zu verantworten?

Begründung:

Mit Schreiben vom 27.03.2015 erhielten wir auf unseren Antrag hin vom Umweltamt eine Aufstellung der Altlasten und Verdachtsflächen in Schierstein. In der Liste vertreten war die Altablagerungsverdachtsfläche „Rheinwiese“, auf der unter anderem der Raiffeisensilo steht, aber nicht das Gelände der ehemaligen Knochenmühle zwischen Hafenweg, Rheingaustraße und Autobahn A643.

Jetzt erreichte uns die Schilderung eines Bürgers, der von 1945 bis 1962 in der Nähe des Schiersteiner Osthafens gewohnt hat:

‚Es fuhren wöchentlich amerikanische LKWs beladen mit Abfall, u.a. Kfz-Teile, Fässer mit Öl, Farbe, Batterien, Küchenabfällen etc. die ehemalige Hafenstraße herunter, bogen unterhalb der Fa. Scheidemantel (Knochenmühle) nach links ab und kippten alles auf das damals brachliegende Areal ab. Einmal monatlich wurde alles mit einer Planierraupe platt gemacht bzw. untergegraben. Desweiteren leiteten die Anliegerbetriebe, die bis zur Gemarkung Biebrich ihren Standort hatten (hier vornehmlich die Fa. Kreussler), ihre Abwässer, u.a. Farbe, Lösungsmittel etc. auf das ebenfalls unbebaute Gelände ab, kleine Furchen verliefen bis zum Rhein, wo dann alles eingeleitet wurde, der Rest versickerte im Boden. In Unwissenheit der Gefahr füllten wir Kinder die auslaufende Farbe ab, um damit unsere Fahrräder und Roller zu verschönern!!!

Ebenfalls wurde der Bereich unterhalb der Rheinwiesen bis hin zur ehemaligen „Hafenbaudirektion“ als private Schutt- und Ablagerungsfläche benutzt.

Meist kamen dort LKWs an, die u.a. Bauschutt von abgerissenen Häusern und privaten Hausmüll abluden.

Bekannt wird Ihnen mit Sicherheit das kontaminierte Gelände der ehemaligen Fa. Scheidemantel (Knochenmühle) sein. Dort lief ebenfalls stark belastete Flüssigkeit Richtung Rheinwiesen in den Rhein.'

Den vollständigen Bericht mit Kontaktdaten und dem Angebot für die Teilnahme an einem Ortstermin fügen wir diesem Antrag als Anlage bei.


Bemerkungen:

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Erstellt: 08.02.2017, letzte Änderung: 23.02.2017, Autor: W.Richters, © 2000