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Stadtteilgruppe
Wiesbaden-Schierstein

Lärmschutz auf dem Wasser

Antrag zur Sitzung des Ortsbeirats am 05.02.2009

Der Ortsbeirat bittet den Magistrat um einen Bericht, ob und wie es möglich ist, die Lärmbelästigung durch sehr laute Sportboote auf dem Rhein zu reduzieren. Dabei sollte speziell auch auf die Konzessionserteilung für gewerbliche Anbieter von Bootsfahrten eingegangen werden.

Begründung:

Der Ortsbeirat hat sich in der Vergangenheit wiederholt mit der Lärmbelästigung in unserem Stadtteil beschäftigt, sei es durch den Flugverkehr, die Bahn oder den Straßenverkehr im Ortskern und auf der A66. Eine weitere Lärmquelle sind stark motorisierte Sportboote, die besonders bei schönem Wetter den Rhein mit hohen Geschwindigkeiten und entsprechend großem Lärm befahren und dann häufig eine Belästigung für Erholungssuchende am Ufer darstellen.

Dieses Problem droht in Zukunft möglicherweise noch stärker zu werden, da neuerdings intensiv für organisierte Bootsfahrten mit bis zu 110 km/h auf dem Rhein geworben wird:

„Bei unserem Speedboot handelt es sich um das schnellste und sicherste GfK-Festrumpfschlauchboot, mit einem Fassungsvermögen von 700 Liter Treibstoff und einer Maximalmotorisierung von 600 PS.

Je nach Kundenwunsch und Belegung mit 12 Passagieren sind Geschwindigkeiten bis zu 110 km/h und Wendemanöver mit einer 45 Grad Neigung möglich. Fahren/Fliegen Sie über das Wasser und erleben Sie Powerbootvergnügen und high speed boating der Superlative. ...

Der Heimatliegeplatz des RIB Speedboots befindet sich in Mainz und Wiesbaden. Von dort aus kann idealerweise der Rheingau mit seinen Attraktionen angefahren werden. ...“

Quelle: www.actionboot.de, Stand 06.01.2009


Bemerkungen:

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Die Betreiber des Speedboots legten in einer anschließenden Stellungnahme Wert auf die Feststellung, dass ihr Boot nicht zu den Lärmverursachern zähle. Texte im Internet wie

„Das Umlegen der beiden Gashebel katapultiert das 10,5 Meter lange und 600 PS starke Ungetüm in nur 5 Sekunden auf 100 km/h. Das Aufheulen der brachialen Antriebsaggregate...“

seien reißerisch formuliert, entsprächen aber eigentlich zumindest bei der Lautstärke nicht den Tatsachen.

Zusätzlich erhielten wir am 30.04.2009 ein Schreiben des Dezernats für Kultur, Umwelt, Grünflächen und Hochbau. Darin betont die Dezernentin, Frau Stadträtin Thies, dass alle Schiffe, die auf dem Rhein betrieben werden, von der Wasserschutzpolizeistation Wiesbaden überwacht werden. Erforderlichenfalls würden entsprechende Maßnahmen getroffen. Darüber hinaus habe der Magistrat keinen Einfluss auf Wasserfahrzeuge, die den Rhein befahren.

Anders stellt sich die Situation bei dem Betrieb von Modellbooten im Osthafen dar. Auf Grundlage des Bundes-Immissionsschutzgesetzes können Einschränkungen oder Verbote hinsichtlich des Betriebes solcher Schiffsmodelle erteilt werden, wenn festgestellt wird, dass davon schädliche Umwelteinwirkungen verursacht werden.

Betroffene Anwohner können sich gerne, im konkreten Fall, an das Umweltamt wenden.

Erstellt: 07.01.2009, letzte Änderung: 11.05.2009, Autor: W.Richters, © 2000