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Stadtteilgruppe
Wiesbaden-Schierstein

Patenschaft des Ortsbeirats für Erinnerungsblatt und Stolperstein

Antrag zur Sitzung des Ortsbeirats am 16.10.2007

Stolpersteine für Familie KahnDer Ortsbeirat möge beschließen, dass er aus seiner Deckungsreserve die Patenschaft für zwei Stolpersteine und das zugehörige Erinnerungsblatt übernimmt und sie dem namentlichen Gedenken zweier Schiersteiner Mitbürgerinnen oder Mitbürgern widmet, die in der Zeit des Nationalsozialismus verschleppt und ermordet worden sind.

Die Benennung der Personen sollte durch das Aktive Museum Spiegelgasse erfolgen, das auch offiziell von der Stadtverordnetenversammlung mit der Betreuung von Erinnerungsblättern und der Verlegung von Stolpersteinen beauftragt worden ist.

Begründung:

Sechs Stolpersteine wurden bereits in Schierstein verlegt. Ein Erinnerungsblatt ist fertig gestellt, das zweite ist in Arbeit. Trotzdem gibt es in Schierstein noch immer eine große Anzahl von Menschen, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, ohne dass ihrer gedacht wird.

Wie wichtig dieses Gedenken ist, hat der Besuch des Enkels von Dr. Bayerthal am Stolperstein für seinen Großvater gezeigt.

Das namentliche Gedenken wird zumindest von den vier größten Fraktionen im Wiesbadener Stadtparlament unterstützt.


Bemerkungen:

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

In der Sitzung am 11.12.2007 wurde dann auf unsere Anregung hin beschlossen, den Betrag aus der Deckungsreserve zu erhöhen und eine Patenschaft für drei Stolpersteine und das zugehörige Erinnerungsblatt zu übernehmen. Als Personen, denen das namentliche Gedenken gewidmet sein soll, haben wir dem Aktiven Museum Spiegelgasse das Schiersteiner Ehepaar Emilie (Emmy) und Otto Kahn sowie ihren Sohn Walter Daniel Kahn aus der damaligen Wilhelmstraße 44 vorgeschlagen, die 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1944 in Auschwitz ermordet wurden.

Die Stolpersteine wurden am 28.08.2008 vor dem Haus Reichsapfelstraße 15 verlegt. Die Vorstellung des Erinnerungsblatts fand am 10.02.2011 statt. Anschließend gelang es dem Aktiven Museum Spiegelgasse, von einem in England lebenden Verwandten Bilder der Familie Kahn zu bekommen. Diese Fotos konnten den Ermordeten im überarbeiteten Erinnerungsblatt wieder ein Gesicht geben. Später wurde dann noch ein weiteres Foto eingefügt, dass Otto und Emmy Kahn mit ihrem fünfjährigen Sohn Walter an der Viehverladerampe des Wiesbadener Schlachthofs zeigt, kurz bevor sie am 01.09.1942 den Deportationszug nach Theresienstadt besteigen mussten. Dadurch kam es zu einer weiteren Version der Erinnerungsblattes.

Erstellt: 14.09.2007, letzte Änderung: 21.02.2011, Autor: W.Richters, © 2000